Maurischer Stil

König Wilhelm I. beauftragte seinen Architekten Karl Ludwig von Zanth im Jahr 1837 Gebäude im maurischen Stil für seinen Garten, der Wilhelma heißen sollte, zu entwerfen. 

Mit Hilfe der orientalisch-islamischen Baukunst sollte der Garten an Plätze wie aus „Tausend-und-einer-Nacht“ erinnern. Die Brunnen und Wasserspiele untermalen die Heiterkeit dieser Stimmung. In der Mitte des 19. Jahrhunderts verband man mit einem orientalischen Garten Vorstellungen von Eleganz, Luxus, Farbenpracht, Verführung und lasziver Erotik.

Der Begriff „maurischer Stil“ oder „maurische Kunst“ leitet sich von den Mauren ab, einer Bevölkerung aus Nordwestafrika. Der maurische Stil hatte seinen Höhepunkt im 12. bis 15. Jahrhundert in Spanien und Nordafrika. Eines der bedeutendsten Beispiele ist die Alhambra in Granada (Spanien), gebaut 1492. Deshalb wird die Stuttgarter Wilhelma auch als die Alhambra am Neckar bezeichnet. Viele andere Gebäude, die in dieser Zeit entstanden sind, etwa Synagogen in Berlin und Wien, wurden im maurischen Stil gebaut. 

Der königliche Architekt von Zanth plante und baute sämtliche Bauwerke der Wilhelma bis auf die Damaszenerhalle, die erst nach seinem Tod entstand.